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12.06.2018

Flott durch die Südstadt

Als flankierende Maßnahme zur künftigen Beschilderung als Fahrradstraße wurden an der Einmündung der Eberhardstraße in die Südallee bereits auffällige neue Markierungen aufgebracht.
Als flankierende Maßnahme zur künftigen Beschilderung als Fahrradstraße wurden an der Einmündung der Eberhardstraße in die Südallee bereits auffällige neue Markierungen aufgebracht. Foto: Tiefbauamt

Eine Straße fast ohne Autos, auf der man mitten auf der Fahrbahn sicher nebeneinander her radeln kann? So in etwa sieht der urbane Traum jedes Radfahrers aus. Solche „Fahrradstraßen" sind in der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorgesehen, in der Realität sind sie bisher in den meisten Städten die Ausnahme. Trier will demnächst in der Südstadt eine erste Route ausweisen.

Hauptstadt der Fahrradstraßen in Deutschland ist München, wo Radler derzeit schon auf 61 Strecken Vorfahrt genießen. Fahrradstraßen sollen den Radverkehr bündeln und sind laut StVO für Straßenabschnitte geeignet, in denen „der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist". Sie sind grundsätzlich Radfahrern vorbehalten, werden aber häufig durch einen entsprechenden Zusatz in der Beschilderung für den KfZ-Verkehr freigegeben. Allerdings müssen sich Autos dem Radverkehr anpassen und unterordnen. Es gilt für alle Fahrzeuge maximal Tempo 30. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren.

Ruhige Alternative

Die erste Trierer Fahrradstraße ist eine vordringliche Maßnahme des vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Radverkehrskonzepts und soll von der Südallee über die Eberhard-, Zell-, Kraus- und Hubert-Neuerburg- Straße sowie Im Nonnenfeld zur Konrad-Adenauer-Brücke verlaufen. Sie ist somit eine ruhige Alternative zu der stark vom Autoverkehr frequentierten Saarstraße und bietet einen Anschluss zu den Innenstadtrouten West und Ost.

Fahrradstraßen werden durch das entsprechende Verkehrsschild ausgewiesen, häufig ergänzt durch eine auffällige Markierung auf der Fahrbahn. „Dadurch sollen die Autofahrer sensibilisiert werden. Der Radverkehr ist dann im Unterbewusstsein aller Verkehrsteilnehmer stärker präsent", erklärt Jonas Klöpfer, Radverkehrsplaner im Stadtplanungsamt.

Die Fahrradstraße in Trier-Süd soll auf jeden Fall für den KfZ-Anliegerverkehr geöffnet bleiben. Noch in diesem Jahr soll der Abschnitt zwischen der Eberhardstraße und der Einmündung der Krausstraße in die Hohenzollernstraße beschildert werden. Eine knifflige Aufgabe für die Planer im Rathaus ist die Überleitung an den Kreuzungen mit der Gilbert-, Nikolaus- und Saarbrücker Straße. Der Fahrradverkehr hat auch an diesen Stellen künftig Vorrecht, die Rechts-vor-Links-Regelung wird aufgehoben. Es muss aber sichergestellt sein, dass die Fahrradstraße trotz der durch die dichte Bebauung eingeschränkten Sichtachsen auch an den Kreuzungen für alle Verkehrsteilnehmer gut erkennbar und sicher zu befahren ist. Hier werden momentan noch verschiedene Optionen der Markierung und Beschilderung geprüft.

 
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