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20.09.2019 | Label Naturnah

Trier ist Vorreiter beim Thema Stadtgrün

Robert Spreter, Geschäftsführer "Kommunen für biologische Vielfalt" (l.), und Deliana Bungard (Deutscher Städte- und Gemeindebund, r.) überreichen das Label „Stadtgrün naturnah“ in Silber an Baudezernent Andreas Ludwig, Christine-Petra Schacht (Leiterin Stadtgrün Trier) und Christian Thesen (Mitarbeiter Stadtgrün Trier). Foto: Sascha Engst
Robert Spreter, Geschäftsführer "Kommunen für biologische Vielfalt" (l.), und Deliana Bungard (Deutscher Städte- und Gemeindebund, r.) überreichen das Label „Stadtgrün naturnah“ in Silber an Baudezernent Andreas Ludwig, Christine-Petra Schacht (Leiterin Stadtgrün Trier) und Christian Thesen (Mitarbeiter Stadtgrün Trier). Foto: Sascha Engst

(kig) Zusammen mit 13 weiteren Kommunen aus ganz Deutschland ist die Stadt Trier mit dem Label „Stadtgrün naturnah“ ausgezeichnet worden. Die prämierten Kommunen entwickeln artenreiche Wildblumenwiesen, pflanzen heimische Sträucher oder verzichten auf Pestizide und setzen sich so für mehr biologische Vielfalt auf öffentlichen Flächen ein.

Beigeordneter Andreas Ludwig nahm die Auszeichnung am Donnerstag bei einem Fachkongress in Bonn entgegen: „Wir freuen uns, dass wir das Label als erste Großstadt in Rheinland-Pfalz erhalten haben. Das ist ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Naturnähe in unserer Stadt. Wir wissen jetzt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, die Auszeichnung ist aber auch ein Ansporn für weitere Anstrengungen in den kommenden Jahren.“

Initiiert und umgesetzt wurde der Labeling-Prozess im Amt für Stadtgrün. Dessen Leiterin Christine-Petra Schacht erläutert die Schwerpunkte: „Ganz wichtig ist für uns die Aktivierung der Bevölkerung durch Bildungsangebote oder durch Mitmachaktionen wie die Baumpatenschaften. Außerdem geht es um die naturnahe Gestaltung der städtischen Grünflächen, zum Beispiel durch Blühstreifen am Straßenrand, und um Artenschutz, indem wir Habitate für Insekten, Eidechsen und Amphibien bereitstellen und schützen.“

Das Label “StadtGrün naturnah“ wurde gemeinsam vom Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt, der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und fünf Pilotkommunen entwickelt. Die Auszeichnung ist Teil des Projektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“, das von 2016 bis 2021 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird.

„Stadtgrün ist unverzichtbar“, sagt Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. „Denn es schafft nicht nur Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sondern auch gesunde und attraktive Lebensbedingungen für uns Menschen. Deshalb ist es wichtig, dass sich immer mehr Kommunen für eine naturnahe Gestaltung und Aufwertung von Grünflächen stark machen.“

Die Städte und Gemeinden werden ihrer Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt zunehmend bewusst, was die steigenden Mitgliedszahlen im Bündnis sichtbar machen. „Die Kommunen sind wichtige Akteure, die den von der Bundesregierung beschlossenen ,Masterplan Stadtnatur´ lokal umsetzen. Das Label ,StadtGrün naturnah´ ist daher ein wirkungsvolles Instrument, die biologische Vielfalt in den Kommunen zu fördern“, erklärte Jörg Sibbel, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses und Bürgermeister der Stadt Eckernförde. Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer der DUH, ergänzt: „Wir sind begeistert welche Wirkung das Label vor Ort in den Kommunen entfacht. In den am Label teilnehmenden Kommunen beginnt es zu blühen und immer mehr biologische Vielfalt zieht in die Städte und Gemeinden ein.“

Nach einer Pilotphase in fünf Städten wurden nun in der ersten öffentlichen Ausschreibung 14 weitere Kommunen mit dem Label „StadtGrün naturnah“ in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet, wobei Trier die Anforderungen für die Kategorie Silber erfüllte: „Die Moselstadt sticht durch einen hohen fachlichen Standard in der Baumpflege hervor und setzt sich besonders für den Erhalt sogenannter Biotopbäume ein, die mit ihren Höhlen und Spalten für Fledermäuse, Spechte & Co. einen wertvollen Lebensraum darstellen“, heißt es in der Begründung. „Diesem Engagement zum Artenschutz geht die Stadt auch beim seltenen und besonders geschützten Hirschkäfer nach. Zu seinem Schutz hat die Stadt im Petrispark Totholzstuben und -stämme aufgestellt. Neben den Bäumen beschreitet Trier auch bei den Grünflächen neue Wege. So sorgen zum Beispiel verschiedene Wiesen aus Regiosaatgut für mehr Artenreichtum innerhalb der Kommune. An das bereits erfolgte Engagement knüpft die Stadt mit einer ambitionierten Grünflächenstrategie an, die neben der naturnahen Gestaltung und Pflege von Grünflächen, auch die Bürgerinnen und Bürger für mehr Naturnähe im öffentlichen Grün sensibilisieren will.“

Hinweis an die Redaktionen: Unter Downloads finden Sie das zur Veröffentlichung freigegebene Foto in hoher Auflösung. Bitte geben Sie als Bildnachweis „Sascha Engst“ an.

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