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23.10.2018

Rund 160.000 Besucher bei den Karl-Marx-Ausstellungen

Wuppertals OB Andreas Mucke (r.) nimmt von Amtskollege Wolfram Leibe ein Marx-Standbild sowie gute Wünsche für das Engels-Jahr 2020 entgegen.
Wuppertals OB Andreas Mucke (r.) nimmt von Amtskollege Wolfram Leibe ein Marx-Standbild sowie gute Wünsche für das Engels-Jahr 2020 entgegen.

"Tschöö Karl": Nach 147 Tagen ging die Landesausstellung zum 200. Geburtstag von Karl Marx mit einem Abschlussfest im Theater-Foyer zu Ende. Die zahlenmäßige Bilanz fiel mit 95.000 Besuchern plus 52.500 Gästen im Karl-Marx-Haus plus 13.200 in der Kunstausstellung im Dommuseum sowie rund 60.000 beim Begleitprogramm zufriedenstellend aus. Das Marx-Jahr war ein Gemeinschaftswerk vieler Organisationen und die Ausstellungsstadt Trier hat damit gezeigt, dass sie nicht nur Römer kann.

Das Ende der Marx-Ausstellung war zugleich ein Anfang: OB Wolfram Leibe übergab bei der Abschlussfeier den Staffelstab – in Form einer Mini- Marx-Statue – an seinen Wuppertaler Amtskollegen Andreas Mucke. Die nordrhein-westfälische Stadt feiert 2020 den 200. Geburtstag von Marx‘ engem Freund, Mäzen und Gesinnungsgenossen Friedrich Engels. „Trier hat die Messlatte für unser Veranstaltungsprogramm sehr hoch gelegt. Was ich hier erleben durfte, ist auf jeden Fall eine gute Orientierungshilfe", sagte Mucke.

„Internationales Highlight"

Über Karl Marx und den Marxismus im 20. Jahrhundert wurde und wird sicher auch weiterhin viel gestritten. Der Anspruch der Trierer Ausstellung war es, einen genaueren Blick auf seine Biographie zu werfen und seine Philosophie aus den Begleitumständen seiner Zeit heraus zu verstehen. Für Kulturminister Konrad Wolf ist dieser Ansatz aufgegangen: „Wir konnten neueste Forschungserkenntnisse über den historischen Marx, seine Ideen und sein Wirken vermitteln und zu intensiven Diskussionen anregen. Wir können stolz sagen, dass das Marx-Jubiläum ein höchst erfolgreiches, internationales Kulturhighlight des Jahres 2018 war." OB Leibe stimmte zu: „Es gab in der nationalen und internationalen Presse viel Lob für Konzept und Umsetzung der Ausstellung. Marx hat mobil gemacht – die Triererinnen und Trierer, aber auch viele Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, den Nachbarländern und aller Welt."

In der Landesausstellung mit den beiden Standorten Landesmuseum und Stadtmuseum gab es insgesamt 1238 Führungen. Im Gästebuch finden sich Einträge von Besuchern aus Indonesien, den USA, Chile und natürlich China. Die Medienresonanz umfasste renommierte und reichweitenstarke nationale wie internationale Sender und Zeitungen, darunter arte, ZDF, ARD, FAZ, Süddeutsche Zeitung, taz, New York Daily News, La Stampa, Al Jazeera, BBC, ORF sowie zahlreiche chinesische Sender.

Beim Abschlussfest erlebten die Besucher einige Kostproben des äußerst vielseitigen Rahmenprogramms, darunter die Marx-Revue der Tufa, die insgesamt zwölf Aufführungen erlebte, das Stück „Der kommende Aufstand" des Ensembles „Bühne 1", dessen zehn Vorstellungen stets ausverkauft waren, und bissige Lieder des Duos Hennich & Hanschel, die ein weiteres Phänomen des Trierer Marx-Jahrs aufs Korn nahmen: die Vermarktung des Philosophen, die vom Marx-Brot bis zum Marx-Badeentchen reichte. Marx selbst hatte für diese Spielart des Kapitalismus den Begriff des Warenfetischismus geprägt.