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22.10.2013

Ein großes Fahrzeug voller Probleme

Foto: Das Promüfa an der Haltestelle Metternichstraße
Nach einem Regenschauer am Haltepunkt spiegelt sich das Promüfa in einer großen Pfütze. Für eine bessere Durchlüftung lässt sich das Fahrzeugdach anheben.
Neben den Entsorgungsfahrzeugen der A.R.T. für Restmüll, Gartenabfälle, Papier, Gelbe Säcke, Elektronik und Metall ist seit 2003 ein spezieller Kastenwagen zum Einsammeln von Problemabfällen unterwegs. Hier kann man sein Altöl oder alte Leuchtstoffröhren mit gutem Gewissen entsorgen.

Ingrid Uhl steuert ihren voll beladenen Kombi zielsicher auf den großen Parkplatz in der Metternichstraße. Hier, gleich hinter der Romika-Betriebsstätte, steht der große orangefarbene MAN-Kastenwagen, das Problemmüll-Fahrzeug (Promüfa) des Zweckverbands Abfallwirtschaft im Raum Trier (A.R.T.).

Eigentlich wollte Frau Uhl, die auch Betreuerin ist, nach einer Wohnungsauflösung nur ein paar Farbeimer, Lackreste und Kanister entsorgen. Doch beim Einladen kamen die Nachbarn und brachten ebenfalls Farbdosen und andere Dinge an, die nicht in die Mülltonnen gehören. Zum Glück kann sie gleich vor dem Promüfa parken und muss nur die paar Stufen zur Abgabe hoch. Hier nimmt A.R.T.-Mitarbeiterin Tanja Gangi die Behälter in Empfang und reicht sie nach kurzer Prüfung zur Entsorgung an den Kollegen Rainer Bach weiter.

Das Promüfa-Team besteht aus insgesamt drei Fahrern und zwei Beifahrern, die im Wechsel eingesetzt werden. Alle haben eine spezielle Ausbildung und verfügen über die erforderliche Qualifikation, die zum Erkennen der Gefahren und der Schutzvorkehrungen beim Umgang mit gefährlichen Abfällen vorgeschrieben ist.

Seit im April die alte Haltestelle in der Löwenbrückener Straße wegen Platzmangel verlegt wurde, steht das 2003 zugelassene Fahrzeug jetzt jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr in der Metternichstraße 35. Meist wird es dort schon von den Kunden erwartet. Außerdem fährt die „Annahmestelle für Problemmüll aus Haushalten“, so die Fahrzeugbeschriftung, jeweils sechs Mal im Jahr 30 weitere städtische Haltepunkte und sechs im Landkreis an. Standorte und Haltezeiten können in der Abfall-Fibel, die jährlich jedem Haushalt zugestellt wird, und im Internet (www.art-trier.de) nachgelesen oder über das Abfalltelefon (0651/949-1414) erfragt werden.

Ingrid Uhl hat inzwischen ihren Kombi entladen und alles abgegeben. A.R.T.-Mitarbeiter Bach entsorgt die Teile im Inneren des Promüfas. Dort stehen zahlreiche säure- und laugenfeste Behälter mit genauer Zweckbestimmung. Die Mitarbeiter kennen die Aufkleber schon auswendig: Lösemittel, Tenside, Laugen, Klebstoffe, Säuren, Spraydosen… alles hat seinen festen Platz und die Entsorgung geht ruckzuck.

Insgesamt 23 verschiedene Problemabfälle, die auf einem Beförderungspapier genau aufgelistet sind, darf das Fahrzeug aufnehmen. Für deren Transport müssen die Fahrer einen ADR-Schein haben, der in Prüflehrgängen zum „Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ und zur „Gefahrgut-Ausnahmeverordnung“ erworben wird.

Bei einigen Abgaben wird noch ein prüfender Blick aufs Etikett geworfen. Wo es fehlt, kann nur die Nase einen Eindruck vermitteln. Am häufigsten entsorgen die A.R.T.-Kunden halbvolle Farbeimer oder Lacke. Die stapeln sich schon im hinteren Teil des Fahrzeugs. Leere oder ausgetrocknete Farbeimer gehören nicht hierher. Diese können zu Hause über den Gelben Sack entsorgt werden. Auch ungenutzte Feuerwerkskörper, Schwarzpulver und andere Spreng- stoffe sind nichts für das Promüfa. Das musste ein enttäuschter Trierer erfahren, der seine Pakete wieder mitnehmen durfte.

Inzwischen ist es weit nach 18 Uhr geworden und der Parkplatz ist leer. Tanja Gangi und Rainer Bach packen zusammen. Sie fahren das Promüfa  jetzt noch ins Zwischenlager zum Entsorgungs- und Verwertungszentrum der A.R.T. nach Mertesdorf.  Dort werden die Behälter geleert und später von einem privaten Entsorgungsunternehmen eingesammelt. In großen Transporteinheiten kommen sie dann in die Endbehandlungsanlagen. Dieter Jacobs

 
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